Kandiszucker – nicht nur für Teeliebhaber


Kandiszucker

Als Kandiszucker oder auch nur Kandis werden Zuckerkristalle bezeichnet, die aus konzentrierten Zuckerlösungen gewonnen werden und über mehrere Tage hinweg auskristallisieren. Der Begriff Kandis stammt ursprünglich aus dem Persischen, wurde dann ins Arabische übernommen und schließlich über das Italienische ins Deutsche.

 

Die Geschichte des Kandiszuckers reicht weit zurück

Der Kandiszucker kann auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken. Schon im neunten Jahrhundert sollen die alten Araber um den Kandiszucker und seine Herstellung gewusst haben. Kandiszucker wurde etwa um das Jahr 1000 herum als Heilmittel von persischen, arabischen und ägyptischen Ärzten eingesetzt.

Noch bis vor 100 Jahren wurde Kandiszucker in traditioneller Weise hergestellt. Heute unterscheidet man in den gelben und den braunen Kandiszucker. Während ersterer mit einer Zuckerfarbe gefärbt wurde, wird brauner Kandiszucker aus einer karamellisierten Zuckerlösung hergestellt.

 

Wie wird Kandiszucker verwendet?

Kandiszucker ist vor allem Teeliebhabern ein Begriff. Er wird gerne zum Süßen der Tees verwendet, aber auch andere Heißgetränke werden mit Kandiszucker verfeinert. Insbesondere in der sehr bekannten ostfriesischen Teekultur nimmt Kandiszucker eine wichtige Stellung ein.

Doch auch zum Backen von Kuchen und Keksen kann Kandiszucker verwendet werden, dann jedoch als Kandisfarin oder Krümelkandis. Zusätzlich wird Kandis einigen belgischen Bieren vor der Vergärung zugesetzt. In den USA wird der Kandis am Stiel, bunt mit Lebensmittelfarben eingefärbt, als Süßigkeit verkauft.

 

Welche Arten von Kandiszucker gibt es?

Im Handel findet sich mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Arten von Kandiszucker. Zu diesen zählt etwa der Fadenkandis, der als edelste Art des Kandiszuckers gilt. Er entsteht in speziellen Kristallisationsgefäßen, die als Potten bezeichnet werden. Darin werden Fäden gespannt, an denen die Kandisstangen über einen Zeitraum von mehreren Wochen heranwachsen. Diese Form der Herstellung von Kandiszucker ist sehr traditionell und erfordert entsprechend viel handwerkliches Geschick und Erfahrung.

Der Stangenkandis ist wohl die bekannteste Form des Kandiszuckers. Bei diesem wachsen anfangs sehr große Zuckerkristalle an der Stange, die in die Zuckerlösung gehalten wird. Erst gegen Ende des Herstellungsprozesses werden sie wieder von der Stange geschlagen. Bei den Kandissticks dagegen findet die Kristallisation des Kandiszuckers an Holzstäben statt. Der große Würfelkandis, der gerne in Ostfriesland verzehrt wird, wird auch als Kluntje bezeichnet, wobei das Wort ebenfalls aus Ostfriesland stammt. Dieser Würfelkandiszucker wird vorwiegend für das Süßen des bekannten Ostfriesentees verwendet.

Darüber hinaus findet sich der Krustenkandis, der in großen Behältern entsteht. Die Zuckerkristalle sind sehr groß, benötigen aber viel Zeit und Ruhe, um heranzuwachsen. Sind die Kristalle gereift, werden sie gebrochen, gemahlen und anschließend in verschiedene Größen gesiebt und verpackt. Der Krümelkandis oder Grümmelkandis entsteht aus braunem oder weißem Kandiszucker, der zerstoßen wird. Bleibt noch der Kandisfarin, der im Grunde genommen braunen Zucker darstellt. Er entsteht aus dem Sirup, der bei der Herstellung von Kandiszucker herabläuft und anschließend zum Kandisfarin gekocht wird.